KURZE WEGE. GUT FÜR KLIMA UND UMWELT.

Die kommunale Abfallwirtschaft arbeitet auf hohem ökologischem Niveau. Dies gilt für die technischen Standards der Anlagen und Fahrzeuge, aber auch generell für die Steuerung der Stoffströme. Der Abfall soll dorthin gelangen, wo er durch Energierückgewinnung und stoffliche Verwertung noch weiteren gesellschaftlichen Nutzen bringt. In den verschiedenen Aufgabenbereichen werden kontinuierlich Maßnahmen ergriffen, um der Herausforderung des Umwelt- und Klimaschutzes gerecht zu werden. Dies betrifft insbesondere die Verbesserung der Energieeffizienz aller Prozesse, die Deponiegasnutzung, die Verwertung von Biomüll, die ökoeffiziente Optimierung der Tourenplanung und den Einsatz umweltfreundlicher Fahrzeuge und Anlagen. Allein durch die kurzen Wege fallen sehr viel weniger Emissionen an als in großräumigen Entsorgungsstrukturen.

RESSOURCENSCHONUNG DURCH RECYCLING


Ökologische Verantwortung heißt heute immer auch, durch effektives Recycling der Wertstoffe zur Ressourcenschonung der Primärrohstoffe beizutragen. Die Rückgewinnung von Metallen aus Altmaterialien ist z.B. um ein Vielfaches umweltschonender als die Primärgewinnung in Bergwerken. Durch die Getrennthaltung der Wertstoffe bei der Sammlung schafft die kommunale Abfallwirtschaft die Voraussetzung für eine leistungsfähige Sekundärrohstoffwirtschaft. Eine recyclinggerechte Sammellogistik ist die Basis für eine hochwertige Verwertung. Die bereitgestellten Wertstoffsammelgefäße, verbunden mit Informationen zur sachgerechten Befüllung der Systeme, leisten dazu einen entscheidenden Beitrag. 


AUS ABFALL WIRD ENERGIE


Die energetische Nutzung von nicht mehr stofflich verwertbaren Abfällen ist der kommunalen Abfallwirtschaft ein zentrales umweltpolitisches Anliegen. Durch die energetische Abfallverwertung werden natürliche Energierohstoffvorkommen geschont, und es wird gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Aktuelle Szenarien gehen davon aus, dass durch die Verwertung von Haushaltsabfällen in energieeffizienten Müllverbrennungsanlagen im Jahr 2020 bis zu 41 Mio. t CO2 eingespart werden können (vgl. Webseite itad). Hierzu leistet die kommunale Abfallwirtschaft einen entscheidenden Beitrag. In vielen kommunalen Anlagen wird die durch die Abfallverbrennung freigesetzte Energie genutzt, um sowohl Strom zu erzeugen als auch gleichzeitig die Abwärme in Fernwärmenetze einzuspeisen. 


ALTPAPIER – EINE UMWELTFREUNDLICHE ROHSTOFFQUELLE 


Die aktuelle Studie des IFEU-Instituts „Ökologischer Vergleich von Büropapieren in Abhängigkeit vom Faserrohstoff“ unterstreicht erneut: Recyclingpapier ist ökologisch eindeutig vorteilhafter als Papier aus Frischfaser. Dies gilt selbst dann, wenn Frischfaserpapier ein FSC-Label trägt. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Faktoren Klimaschutz, Energie- und Wasserverbrauch. 
Es ist wesentlich weniger Energie nötig, um Kopierpapier aus Altpapier herzustellen, als bei der Herstellung aus Holz. Die Produktion von 250 Blatt Recyclingpapier spart – im Vergleich zu Frischfaserpapier – so viel Energie, dass eine 11-Watt-Energiesparlampe im Haushalt mehr als 50 Stunden lang brennen könnte. Drei Blätter Recyclingpapier sparen so viel Energie, dass man damit einen Liter Wasser von 20 auf 100 Grad Celsius erhitzen könnte. 
Die Produktion von Recyclingpapier verursacht weitaus weniger klimaschädliche Gase als das Herstellen von Frischfaserpapier. Eine Tonne Recyclingpapier vermeidet – im Vergleich zu Frischfaserpapier – so viel Kohlendioxid, wie ein PKW während einer 1.000 km langen Fahrt mit einem durchschnittlichen Verbrauch ausstößt. Deswegen macht der Aufbau von Altpapiersammelsystemen durch die kommunale Abfallwirtschaft Sinn. Die regelmäßige Versorgung der Papierfabriken mit diesem Rohstoff ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Sekundärrohstoffwirtschaft (vgl. Webseite Papiernetz).


WERTSTOFFSAMMLUNGEN BRAUCHEN KONTINUITÄT


Wie das Beispiel Altpapier zeigt, sind die wertstoffhaltigen Abfallfraktionen ein heiß umkämpfter Markt. Sind die Preise an den internationalen Rohstoffbörsen hoch, drängen immer wieder private Sammler auf den Markt. Sind die Preise niedrig, erlischt das Interesse schnell. Demgegenüber planen die kommunalen Betriebe den Aufbau der Wertstofflogistik aus ökologischer Verantwortung langfristig und klären die Bürgerinnen und Bürger darüber auf, wie sie sich an den Sammlungen beteiligen können. Auch werden ggf. vor Ort vorhandene karitative Einrichtungen einbezogen. Durch ein integriertes Stoffstrommanagement wird der jeweils günstigste Verwertungsweg gewählt.